Brunnen mit historischem Hintergrund

Wie das Thema „Brunnendorf“ auf Wikipedia abgearbeitet wird, ist nicht gerade einladend. Dort heißt es, dass Dörlinbach mitunter als „Das Brunnendorf“ bezeichnet wird. Der Artikel „Das“ ist hier fehl am Platz, aber auch die weitere Beschreibung. Zwar stimmt es, dass auf Initiative einiger Gemeinderäte und des damaligen Verkehrsvereins ein Name für den Ort gesucht wurde. Aber auch die Vereinsgemeinschaft brachte sich in die „Suchaktion“ mit ein. Natürlich sollte der Name auch das Besondere herausstellen. Und das empfanden die „Entscheider“ damals in den Brunnenanlagen im Ort, die in den vergangenen Jahrzehnten auf Initiative des Verkehrsvereins geschaffen wurden. „Mangels Alternativen“, wie es auf Wikipedia weiter heißt, habe man sich letztlich für den Namen „Brunnendorf“ entschieden, wird der Aktion nicht gerecht.

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Denn zahlreiche öffentliche Brunnenanlagen gab es zu dem Zeitpunkt schon längst im Ort und durch die Aktion wurden nun auch Privatleute motiviert, auf ihrem Grundstück einen Brunnen zu installieren. Zu ihnen gehörte unter anderem der damalige Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft, Alois Göppert. Teilweise sind durch die Aktion auch recht prunkvolle Brunnenanlagen in der Folge entstanden. Zudem weisen Begrüßungstafeln, die 1995 an den beiden Ortseingängen an der Landstraße 102 aufgestellt wurden, die Gäste und Durchreisenden daraufhin, dass sie sich im „Brunnendorf“ befinden.

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Im Juni 1999 organisierte die Vereinsgemeinschaft erstmals ein „Brunnendorf-Fest“ auf dem Ziegelhüttenplatz. Zu einer angestrebten Neuauflage kam es allerdings im neuen Jahrtausend nicht. Dieses Dorffest blieb somit bis heute eine einmalige Sache. Die Bezeichnung „Brunnendorf“ findet man heutzutage trotzdem im Vereinsalltag immer wieder einmal. Beispielsweise wenn eine „Rallye durchs Brunnendorf“ im Rahmen des Ferienprogramms für Kinder angeboten wird. Oder Seniorenwanderer „in und um das Brunnendorf“ einladen.

Brunnen mit Historie 

Seit August 1996 bereichert eine öffentliche Brunnenanlage mit historischem Hintergrund das „Brunnendorf“ – der sogenannte „Buchbrunne“. Mit diesem Brunnen soll an die einst mühevollen „Buchdäg“ (so nannte man früher die Waschtage) auf den Schuttertäler Bauernhöfen erinnert werden. Denn bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf den Höfen im Tal alle drei bis vier Wochen im sogenannten „Buchhaus“ gewaschen.

Diese damals schwere Arbeit wurde von der Bäuerin und den Mägden verrichtet. Für gewöhnlich dauerte dies drei Tage. Zuerst musste die Wäsche eingeweicht werden. Hierzu wurde der Boden des „Buchtrogs“ oder des „Buchzubers“ (also ein Steintrog oder ein Holzzuber) mit Birkenreisig belegt. Darauf bereiteten die Frauen ein grobes Leinentuch aus und schichteten die Wäschestücke aufeinander. Die gestapelte Bett- und Körperwäsche wurde dann mit dem „Äschduech“ (einem eingeschlagenen Leinentuch, das Buchenasche enthielt) abgedeckt. Danach wurde jenes Tuch mehrmals mit kochend heißem Wasser übergossen. Durch das Übergießen der Buchenasche entstand dann eine Lauge, also eine Art „Weichmacher“, wodurch sich der Schmutz aus der Wäsche zu lösen begann. Weil also die Frauen in dieser Zeit mit Hilfe von Buchenasche wuschen, wurde dieser Waschvorgang im Volksmund als „Buche“ bezeichnet.

Die Brunnenanlage beim Zieglerhof ist eine Art Symbiose zwischen Waschtag und Waschvorgang. Die Basis der Brunnenanlage bildet ein „Buchtrog“. Das Kernstück jedoch ist eine lebensgroße Figur. Hierfür stand die Bäuerin des Ziegelhofs selbst Modell. Die Figur sollte das Prunkstück der Anlage sein. Geschaffen aus den Händen des Dörlinbacher Künstlers Klaus Winter. Doch die Figur bereite zunächst Probleme. Zuerst aus Sandstein geschaffenen, später bemalt, musste sie wegen Haarrisse (siehe Blog-Text „Odyssee einer Bäuerin“) wieder entfernt werden. Die Bäuerin mit dem Wassereimer steht aber längst wieder an ihrem angestammten Platz. Inzwischen jedoch witterungsfest und aus Bronze gegossen.

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