Als Abteilung des Sportvereins gegründet

 

 

Die ersten Frauen, die im SV Dörlinbach ihre sportlichen Spuren hinterlassen haben waren keineswegs Fußballerinnen, wie man meinen könnte. Vielmehr waren es junge Frauen, deren Schwerpunkt zunächst beim Turnen lag. Am 6. Mai 1968 beschlossen 22 Frauen die Gründung einer Damenriege. Von Anfang an wurde die Damenriege dem SV Dörlinbach als Abteilung angeschlossen.

Die Damenriege im Jahre 1995.

Bis es jedoch soweit war mussten einige Hindernisse überwunden werden. Am 23. März 1968 wurde bei einer gemütlichen Kaffeerunde die Idee zur Gründung einer Damenriege geboren. Für die Frauen war damals schon klar, es sollte eine Turnergemeinschaft werden. Diese Gemeinschaft sollte, wenn möglich, in den örtlichen Sportverein eingegliedert werden. Schließlich kam es an jenem 6. Mai zu einem Treffen mit der Verwaltung des SV Dörlinbach und Bürgermeister Josef Billharz (1911 bis 2004) in der Alten Schule.

Von Beginn an lenkte Lore Wölfle die Geschicke der Damenriege bis ins Jahr 1996 hinein.
September 1988: Die Damenriege mit einer Showeinlage auf dem Sportplatz anlässlich des 20-jährigen Bestehens der SVD-Abteilung.

Die Idee wurde am gleichen Tag in die Tat umgesetzt. Die anwesenden 22 Frauen besiegelten die Gründung, der Sportverein übernahm zunächst die verantwortliche Leitung, da erst noch eine Abteilungsleiterin gewählt werden musste. Als Turnraum wurde den Frauen zunächst der Gymnastikraum in der Neuen Schule zur Verfügung gestellt. Auch durften sie die dort befindlichen Turn- und Gymnastikgeräte mitbenutzen. Bereits am 13. März, nur sieben Tage nach der Gründung, kam es dort zur ersten Turnstunde. Als Turnlehrerin fungierte damals eine an der Dörlinbacher Schule tätige Lehrerin. Im Oktober 1969 war es dann endlich soweit: Die Damenriege erhielt ein eigens Vorstandsteam. Zur ersten Vorsitzenden wurde Eleonora Henriette Wölfle, geb. Ziegler (1934 bis 2020), gewählt. Chefin Eleonora wurde im Ort eigentlich immer nur Lore genannt. Ihre wöchentlichen Turnstunden hielten die Frauen in den ersten Jahren im Gymnastikraum der Schule ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dörlinbach noch keine Turn- und Festhalle. Nach deren Bau im Jahre 1984 wechselten die Frauen in die Turn- und Festhalle.

Gelegentlich auch Fußball

Mit Fußball hatte die neugegründete Vereinigung zunächst nichts am Hut. Doch mit den Jahren freundeten die Frauen sich dann doch mit dem runden Leder an. Dies beschränkte sich jedoch nur auf die Sportfeste des SVD. Mal zeigten sie ihre Fußballkünste bei Einlagespielen, mal innerhalb des Krempelturniers. Das Hauptaugenmerk galt jedoch weiterhin dem Turnen. Neben dem Sportlichen und der Pflege der Geselligkeit bereicherte die Damenriege auch stets den örtlichen Veranstaltungskalender. Dazu gehörte unter anderem die Mitgestaltung bei der Dorffasent sowie die Mitarbeit bei Festen der Vereinsgemeinschaft. Über viele Jahre hinweg war Lore Wölfle sozusagen der Fels in der Brandung, lenkte die Geschicke der Damenriege bis ins Jahr 1996 hinein. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Helga Griesbaum (geb. Reinbold) gewählt.

Im Juni 2008 konnte die Damenriege auf ihr 40-jähriges Bestehen blicken. Ein Höhepunkt im kulturellen Bereich war neben den eigenen Jubiläen unter anderem auch die Teilnahme an der 750-Jahr-Feier in Dörlinbach im Jahre 1975. Ein Steckenpferd im kulturellen Bereich der Damenriege war zweifelsohne die Dorffasent. Unvergesslich ihre kunterbunten und themenbezogenen Auftritte beim Umzug am Fasnachtssonntag. Ebenso deren Auftritte bei der gemeinsamen Veranstaltung mit dem SV Dörlinbach und zuletzt auch die „Tanzladys“, die im März 2019 nach insgesamt 12 Jahren zum letzten Mal als Tanzgruppe der Dörlinbacher Damenriege das närrische Publikum im Schuttertal und anderswo erfreute. Auch wenn die Damenriege des Sportvereins nicht mehr besteht, immer wieder einmal setzen ehemalige Mitglieder kleine Akzente im Dorf. So beispielsweise beim Umzug am Fastnachtssonntag 2019, bei dem die ehemalige Damenriege mit farbenfrohen Pfauen-Kostümen den dritten Platz belegen konnten.

Anmerkung der Redaktion:

Die Vereinschronik wird in Bälde vervollständigt beziehungsweise aktualisiert.

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