Rastplatz mit Erinnerungen, stilisierte Sandsteinkirche und Brunnen

Es gibt heute noch erkennbare Überreste des ehemaligen Sandsteinbruchs, die sich oberhalb einer Hütte im Gewann Dachsrain im Gemeindewald befinden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis Ende der 1920er-Jahre wurden dort Sandsteine abgebaut. Eben jener Sandstein, die beispielsweise als Geländersteine für Brücken über die Schutter genutzt wurden.

Beim ehemaligen Dörlinbacher Sandsteinbruch wurde 2017 ein Rastplatz für Wanderer und Spaziergänger eingerichtet. Darauf errichtete Matthias Ohnemus zusammen mit Alois Göppert die Sandgrube-Hütte in rund 800 ehrenamtlichen Stunden.

Ebenso wurden dort auch Sandsteine für den Kirchenneubau in den Jahren 1922 und 1923 gebrochen (siehe dazu auch Blog-Beitrag „Die Gotteshäuser“). Zwei Bürger aus dem Ort haben dem Dörlinbacher Sandsteinbruch durch ihr Engagement eine bleibende Erinnerung gesetzt. Matthias Ohnemus und Alois Göppert errichteten im Jahre 2017 auf einer Freifläche unterhalb des ehemaligen Sandsteinbruchs eine Hütte – die sogenannte Sandgrube-Hütte. Insgesamt 800 Stunden an ehrenamtlicher Tätigkeit investierten die beiden Männer.

Beim ehemaligen Dörlinbacher Sandsteinbruch wurde 2017 ein Rastplatz für Wanderer und Spaziergänger eingerichtet. Darauf befindet sich auch ein Sandsteinbrunnen. Er erhielt den Namen "Brunnen am Totenweg".
Beim ehemaligen Dörlinbacher Sandsteinbruch wurde 2017 ein Rastplatz für Wanderer und Spaziergänger eingerichtet. Darauf befindet sich auch eine aus Sandstein stlisierte Kirche.

Der Rastplatz für Wanderer bietet jedoch weit mehr, wobei vor allem der Sandstein zur Geltung kommt. Ein Hingucker ist zweifelsohne eine stilisierte Sandsteinkirche, gestaltet aus einem riesigen Korpus als Kirchenschiff, einem weiteren spitz zulaufenden Stein als Dach und der Turm ähnelt einem Bildstöckchen. Doch statt kleinen Heiligenfiguren in einer Nische wurde ein kleines funktionsfähiges Glöcklein in den Stein eingelassen beziehungsweise eingebaut.

Die stilisierte Kirche ist jedoch nicht das einzige Zeugnis, das an die Sandstein-Grube erinnern soll. Gleich daneben befindet sich ein mächtiger Sandsteinbrunnen aus dem frisches Quellwasser sprudelt. Der Brunnen war fast schon ein „Muss“ für die Gestaltung des Ratsplatzes. Zumal sich Dörlinbach bekanntlich als „Brunnendorf“ bezeichnet und überall im Ort Brunnenanlagen aus Sandstein zu finden sind. Alois Göppert war übrigens federführend an der Namensfindung „Brunnendorf“ beteiligt (siehe dazu auch Blog-Beitrag „Brunnendorf Dörlinbach“).

Die Sandgrube-Hütte samt der dazugehörigen Anlage sind übrigens Bestandteil des „Alten Kirchwegs“, einem Rundweg mit vielen weiteren Anlaufpunkten. Ausgehend vom Wanderparkplatz am Oberrain geht es direkt zur Sandgrube und dem eben beschriebenen Rastplatz. Wie schon am Ausgangspunkt Oberrain befindet sich auch bei der Sandgrube eine Informationstafel von Tourist-Info Schuttertal. Die Wanderer finden dort nicht nur Wissenswertes zum Bau der Sandgrube-Hütte oder zum Sandsteinbruch, sondern auch zum Kloster Ettenheimmünster und dessen Einfluss auf den Bereich Dörlinbach.

Der Rundweg führt von der Sandgrube weiter hin zum „Totenruhstein“. Dort zweigt auch der Rundweg vom „Totenruhweg“ ab, der geradewegs über den Dörlinbacher Grund nach Ettenheimmünster führt. Der Rundweg verläuft hingegen am „Totenruhplatz“ vorbei, über Schwiebögle und Sandebene geht es zurück an den Oberrain. Dazwischen gibt es immer wieder herrliche Aussichtspunkte. Ergänzend mit den Infotafeln der Gemeinde, auf denen auch die Wanderroute gut und verständlich erklärt wird, gestaltet sich der „Alte Kirchweg“ als ein tolles Wandererlebnis mit geschichtlichem Hintergrund.