Ungewohnte Narrenerlebnisse in der Fremde

 

 

Im eigenen Ort war die Fasnachtstage gezählt, aber die noch junge Bremsdorfer Narrenzunft (gegründet 1979) wollte mit ihren „Bremmen“ und damals noch zunfteigenen „Säcklistreker Gugge“ die sogenannte „Buurefasent“ mal nicht am Hochrhein oder in der Schweiz, sondern bei ihren Nachbarn von der anderen Rheinseite erleben. So zog es sie 1988 zum „Carnaval de la Montagne Verte“ in die Elsass-Metropole Straßburg.

Alte Dreifaltigkeits-Kapelle.

Die Vorfreude war groß, doch kaum waren sie dort angekommen, glaubten die Dörlinbacher Gäste einer Fehlinformation aufgesessen zu sein. Denn zum verabredeten Zeitpunkt waren sie die Einzigen am Treffpunkt im Straßburger Stadtviertel Montagne Verte. Was nun?! Abwarten hieß erst einmal die Devise. Bald wurde erkannt, dass beim französischen Nachbarn eben alles etwas langsamer und unbekümmerter zugeht.

Der Ortswappen von Dörlinbach.
Jägertonihofmühle im Prinschbach.

Nach und nach „tröpfelten“ einzelne Närrinnen und Narren, Gruppen und auch Fasentswagen ein, während die aus Dörlinbach angereisten Närrinnen und Narren bei eisigem Wind auf den Umzugsbeginn warteten. Dabei hätte der Umzug bereits längst laufen sollen. Erst eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Umzugsbeginn schien erstmals Bewegung in die Reihen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu kommen. Und dann ging alles plötzlich ganz schnell, denn kurz danach stand der Zunft aus Dörlinbach nahezu zwei Stunden Umzugsweg bevor. Dies aber nicht, weil das Straßennetz der Stadt großzügig ausgenutzt wurde, sondern weil es bei den Nachbarn auf der anderen Rheinseite üblich ist, den Umzug zweimal an den Leuten am Straßenrand vorbeizuführen. Meist dann in Gegenrichtung, dass man von beiden Seiten einen freien Blick auf die Gruppen und insbesondere natürlich auf die Themenwagen werfen kann. Das ist übrigens bis heute noch im Elsass so, selbst bei den Festumzügen unterm Jahr.

Das G’schichtle wäre hier eigentlich zu Ende, aber eine kleine Randnotiz sei noch erlaubt. Im Anschluss an den Umzug wurde das Narrentreiben in einer völlig überfüllten und stimmungsgeladenen Halle fortgesetzt. Dort standen besonders die französischen „Majorettes“ im Blickpunkt des Programms. So mancher „Säcklistrecker“ war von den jungen Französinnen angetan. Dies gipfelte darin, dass eine freundschaftliche Bande zu den „Les Moinettes d’Erstein“ geschlossen wurde. Und es wird gemunkelt, dass zwei der damaligen Protagonisten bis heute noch Kontakt zueinander haben.

Teilt den Beitrag

Teilt diesen Beitrag mit euren Freunden