Morgens stehet der NSU ohne Räder da

 

 

In den 1960er Jahren entstanden echte Traum-Klassiker, wozu unter anderem auch der NSU Prinz gehörte. Bei Fischers in der Hauptstraße waren gleich zwei Brüder echte NSU-Fans. Denn nicht nur Automodelle, auch Zweiräder wie die OSL von NSU fuhren die beiden Brüder. In Sachen Autos hielt es Joseph Fischer (1931 bis 2019) mit dem normalen NSU, während Hermann Fischer eine Vorliebe für den legendären NSU Prinz hatte.

Derlebacher G´schichtle Folge 17

Seine beiden NSU Prinz brachte Hermann Fischer auch gut durch die Zeit. Nicht so gut lief es hingegen beim NSU seines älteren Bruder. Joseph Fischer hatte jedoch keinen Unfall mit dem Auto, es ging auch kein Motor oder ein anderes wichtiges Teil kaputt. Sein NSU war eines morgens einfach nicht mehr fahrtüchtig. Wie das?!

Derlebacher G´schichtle Folge 17
Derlebacher G´schichtle Folge 17

Es war an einem Wintermorgen. Draußen war es noch dunkel, als Hermann Fischer wie jeden Morgen zur Arbeit fahren wollte. Wie gewohnt ging er die Außentreppe am Haus hinunter zu seinem Auto und schloss die Fahrertüre auf. Er stieg ein und startete den Motor. Als er losfahren wollte und Gas gab heulte der Motor auf, aber der NSU bewegte sich nicht vom Fleck. Hatte er womöglich die Handbremse noch nicht gelöst oder war sie gar eingefroren. Weder noch, er gab erneut Gas. Der Motor heulte und heulte, das Auto wollte sich einfach nicht fortbewegen. Joseph Fischer stieg aus und wollte die Motorhaube öffnen, um nachzuschauen, wo das Problem liegt. Doch das war nicht mehr nötig, denn plötzlich erkannte er im Halbdunkel die unerfreuliche Bescherung.

Geschickt und leise

Der NSU hatte keine Räder mehr. Alle vier wurden über Nacht abmontiert. Der Wagen war ringsherum auf Backsteinen aufgebockt, so dass es ihm in der Dunkelheit zunächst nicht aufgefallen war, dass da Diebe am Werk waren. Jene, die die Räder geklaut haben, müssen jedenfalls sehr geschickt und leise vorgegangen sein. Denn zum einen befand sich Fischers Parkplatz an der Hauptdurchgangsstraße, zum anderen war direkt über dem Stellplatz das Schlafzimmer von Joseph und dessen Ehefrau Elsa Fischer. Die Räder sah übrigens Joseph Fischer nie wieder, die Täter konnten auch nie ermittelt werden.

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