Eine „tödliche“ Rakete sauste nach unten

Die Nachfrage nach Brennholz ist weiter gestiegen. Brennholz fertig gehackt im Baumarkt kaufen hingegen weniger, zumal dies durch die gestiegene Nachfrage auch immer teurer wird. Deshalb ist Brennholz selber machen inzwischen wieder weit verbreitet. Heutzutage gibt es allerdings etliche Vorschriften, die von den Leuten beim Holz machen zu beachten sind. Hin und wieder kommt es auch heute zu Unglücksfällen, früher hingegen kamen diese weit häufiger vor.

Derlebacher Gschichtle Folge 26 - Brennholz

Heute erzählen wir ein G’schichtle aus den Erinnerungen von Hermann Wehrle. Dabei geht es aber nicht um das Holz machen im Wald, sondern um den Lagerraum für das Holz und um spielende Kinder, die ihren „Wunderfitz“ und ihre Unachtsamkeit fast mit dem Tod bezahlt hätten. Zugetragen hat sich das Ganze im Bereich der Werkstatt des Löwenwirts Friedrich Wehrle (1895 bis 1982) und des darüber liegenden Speichers, wo das Brennholz sowie Reste von Nutzholz aus der Küferei lagerten.

Derlebacher Gschichtle Folge 26 - Löwen
Derlebacher Gschichtle Folge 26 - Achtung

An jenem Tag Sommertag waren die „Löwenbuben“ damit beschäftigt, die Körbe mit Holz zu füllen. Dieses sollte nämlich mit dem Aufzug nach oben auf den Speicher geschafft werden. Hermann erinnert sich dabei auch noch daran, dass auch ab und zu gestritten wurde, wer die große eiserne Gabel benutzen durfte. Denn der war ja der Stärkste und Schnellste. Nach etwas mehr als einer Stunde stoppte Vater Friedrich die Holzaktion. Er bat die Kinder für einige Zeit mit dem Beladen der Körbe aufzuhören und sich auch erst einmal zu entfernen. Keiner der Buben dachte jedoch an mögliche Gefahren. Und so krabbelten sie einfach um den Holzberg herum, während gut 15 Meter über ihren Köpfen am Reparieren war. Dabei löste sich urplötzlich ein großes Teil der Spule, auf dem das Seil des Aufzugs aufgewickelt war.

Jähes Ende der Holzaktion

Der schwere Eisenblock sauste wie eine „tödliche Rakete“ in die Tiefe. Wie durch ein Wunder wurde keiner der Buben getroffen. Überliefert ist, dass das Teil nur um eine Handbreite an Helmut, einem Neffen von Friedrich Wehrle, vorbei gesaust sei. Seiner Zeit wäre das der sichere Tod gewesen, wenn er getroffen worden wäre. Friedrichs Sohn Hermann Wehrle merkte in seinen Erinnerungen an diesen Vorfall weiter an, dass ihm und seinen Brüdern und Cousins selbst die Angst erspart geblieben sei, da sie alle erst nach dem donnernden Aufprall bemerkt hatten, was geschehen ist. Innerlich seien alle so betroffen gewesen, dass keiner auch nur ein Wort herausbrachte. An der Fortführung der Holzaktion war natürlich an jenem Tag nicht mehr zu denken.

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