Speerwurf lässt Fußballer im Dunkeln stehen

 

 

Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien: Das Endspiel ein Klassiker. Deutschland spielt gegen Italien. Die Fußballbegeisterten im Ort sitzen alle vor den Fernsehern und verfolgen eine spannende Partie. Bis zur Pause fallen jedoch keine Tore in Madrid. Danach schon, aber in Dörlinbach nicht. Denn dort schaute man plötzlich und unverhofft in die Röhre.

Alte Dreifaltigkeits-Kapelle.

Was war geschehen? Die Halbzeitpause wollten zwei Buben im Neudorf für eine ganz andere Sportart nutzen. Auf einer Wiese unterhalb des Gartens ihres Wohnhauses wollten sie – solange der Ball in der Glotze ruht – Speerwerfen üben. Aber gleich der erste Wurf des Jüngeren der beiden Brüder erwies sich als „Volltreffer“ der ganz besonderen Art. Der Speer berührte die über die Wiese führende Stromleitung, blieb kurz darauf liegen, bevor er dann funkensprühend wieder zu Boden fiel.

Speerwurf
Fernseher

Das Chaos war perfekt: Die Fußballfans im Ort waren verwirrt, teilweise stürmten sie auf die Straße, schimpften und machten sich auf die Suche nach der Ursache des Stromausfalls. Doch die Suche war vergeblich, zumal sich auch die Verursacher mehr oder weniger aus dem Staub machten. Im Ort jedoch herrschte Hektik allerorten. Einige versuchten am Radio das Spiel weiter zu verfolgen, andere verließen sogar Dörlinbach, in der Hoffnung in den Nachbarorten einen funktionierenden Fernseher zu finden. Diese eilig aus dem Ort brausenden Fußballfanatiker durften allerdings nicht südwärts ihr Glück versuchen, denn das Speerwurf-Desaster bescherte auch den Schweighausernern eine dunkle Mattscheibe. Diejenigen, die sich in ihr Schicksal fügten und nicht nach anderen Möglichkeiten suchten, das Endspiel weiterverfolgen zu können, ersparten sich zumindest den nächsten „Ärger“: Italien gewann nämlich mit 3:1 Toren und wurde Weltmeister.

Ach ja, die Verursacher hatten im Nachgang gehöriges Glück. Denn kaum jemand hatte mitbekommen, dass der Stromausfall von den beiden Buben verursacht wurde. Somit blieb ihnen an diesem Tag ganz sicher ein Ungemach der Dörlinbacher Fußballfans erspart. Und als die Ursache tags darauf so langsam die Runde durch den Ort machte, nahmen es die meisten mit Humor zur Kenntnis.

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