Der DJK war nur ein kurzes Vereinsleben gegönnt

 

 

Heutzutage gibt es Arbeitskreise, die sich für eine offene Begegnung von Menschen in Kirche und Sport einsetzen. Solche Arbeitskreise unterstützen entsprechende Ansätze in Kirchengemeinden und Sportvereinen. Was nicht unbedingt jedem oder jeder bewusst ist, dass kirchliche Organisationen mancherorts bereits ab den 1920er-Jahren Wegbereiter für Sportvereinigungen beziehungsweise sportliche Betätigungen waren. König Fußball war beispielsweise unter den DJK-Vereinen neben Turnen und Tischtennis beliebt.

Hermann Hildenbrand geleitet, von 1927 bis 1946 Pfarrer in Schuttertal, war Initiator und Mitbegründer der Deutschen Jugendkraft (DJK) in Dörlinbach.

In Dörlinbach kamen am 1. Februar 1931 im Gasthaus „Zum Engel“ katholische Jungmänner und Jünglinge zu einer „allgemeinen Versammlung“ zusammen. Es war die Geburtsstunde der DJK (Deutsche Jugendkraft) in Dörlinbach und zugleich auch der Beginn organisierter fußballerischer Betätigung im Ort. Die Gründungsversammlung wurde von Hermann Hildenbrand geleitet, der von 1927 bis 1946 Pfarrer in Schuttertal war.

Bei der Deutschen Jugendkraft (DJK) wurde bereits im Gründungsjahr 1931 erstmals Theater gespielt.
Bei der Deutschen Jugendkraft (DJK) wurde bereits im Gründungsjahr 1931 erstmals Theater gespielt.

Der damalige Schriftführer Wilhelm Weber (1988 bis 1967) merkte an: „Der Erfolg der Versammlung war sehr gut. Es traten 37 Jungmänner dem Verein bei. Hiermit ist der neue Verein gegründet. Möge er viele Jahre blühen zum Segen der Gemeinde Dörlinbach“.

Natürlich war der Verein von Anfang an der überregionalen kirchlichen Jugendorganisation Deutsche Jugendkraft (DJK-Sportverband) angeschlossen. Der erste Vereinsleiter Andreas Reith (1882 bis 1960) entwickelte zusammen mit Pfarrer Hildenbrand rasch ein pulsierendes Vereinsleben. So wurde neben der Fußballabteilung auch eine Turnerriege gegründet, die zunächst etwa 15 bis 20 Mann stark war. Für die entsprechenden Turngeräte, die im Saal des „Engels“ aufgestellt wurden, sorgte Pfarrer Hildebrand höchstpersönlich. Zugleich suchte der Verein nach einem passenden Sportplatzgelände. Auch da mischte Schuttertals Pfarrer kräftig mit. Unterhalb der Hub wurden er und der Verein letztlich fündig. Mit dem Grundstückseigner und Hofbauer Anton Schüssele (1890 bis 1962) wurde erfolgreich ein Pachtvertrag ausgehandelt. Am 27. August 1933 konnte der Verein die Fertigstellung des Platzes mit einer Platz- und Wimpelweihe feiern.

Kein Interesse am Turnen

Es lief in den ersten Vereinsjahren hervorragend für Dörlinbachs DJK-ler, die sich übrigens von Beginn an nicht nur sportlich, sondern auch kulturell ins Dorfleben einbrachten. Bereits im Gründungsjahr 1931 wurde erstmals Theater gespielt. Doch plötzlich zogen mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 erste dunkle Wolken auf. Das Regime löste erste Ortsvereine der DJK auf. Auch die Dörlinbacher blieben davon nicht verschont. Im Juli 1935 wurde sämtliches DJK-Eigentum beschlagnahmt, eine Vereinstätigkeit war erst einmal nicht mehr möglich. Die Turngeräte waren zu diesem Zeitpunkt bereits in Schuttertal im Pfarrsaal. Pfarrer Hildenbrand stellte die Geräte der Schuttertäler DJK-Gruppe zur Verfügung, da sie in Dörlinbach nicht mehr gebraucht wurden. In Dörlinbach kam nämlich das Turnen nicht so an bei den jungen Männern, die frönten lieber dem Fußball. Im Februar 1937 konnte man nach Aufhebung des Verbots wieder von vorne beginnen. Die Freude über die wiedergewonnene Selbständigkeit währte jedoch nicht allzu lange. Denn im Februar 1939 wurde der Verein endgültig verboten und jede weitere Vereinstätigkeit untersagt.

Es war zugleich das Ende der DJK in Dörlinbach. Zwar kamen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder sportbegeisterte junge Männer zusammen, um einen Sportverein zu gründen. Und auch König Fußball kehrte damit zurück nach Dörlinbach, allerdings nicht mehr unter dem Dach einer kirchlichen Vereinigung. Am 7. August 1949 kam es zur Gründung des zunächst ausschließlich Fußball orientierten SV Dörlinbach. Im Übrigen: Im Nachbarort Schuttertal war weiterhin Turnen angesagt, aber erst am 12. Dezember 1964 kam es dort im Gasthaus „Zum Adler“ zur Gründung eines Turnvereins.

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