Gehörten zu den Säulen des dörflichen Lebens

 

 

Früher wandten sich Leute die Probleme hatten in der Regel an den Bürgermeister, den Lehrer oder den Pfarrer. Zusammen mit dem Arzt (einen in Dörlinbach praktizierenden Arzt hatten wir nie) wurden besagte Herren als die wohl wichtigsten Säulen des gesellschaftlichen Lebens auf dem Dorf angesehen. Seit vielen Jahrzehnten sind besagte Ämter nicht mehr ausschließlich von Männern besetzt, wenn man einmal davon absieht, dass dies auf die Pfarrers natürlich nicht zutrifft.

m Jahre 1975 verstarb Pfarrer Josef Schmid, der 1936 als erster Pfarrkurat nach Dörlinbach kam. Schmid wurde in der Welschensteinacher Pfarrkirche Peter und Paul aufgebarrt, wo auch zahlreiche Dörlinbacher Bürgerinnen und Bürger von ihrem früheren Pfarrer Abschied nahmen.

Denn die prägende Kirchengemeinde ist nach wie vor römisch-katholisch. Allerdings nicht mehr selbstständig, denn alle Schuttertäler Pfarreien sowie die Lahrer Stadtpfarreien bilden mittlerweile die Kirche „An der Schutter“. Protestantische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind der evangelischen Kirchengemeinde Seelbach angeschlossen. Was die drei beziehungsweise vier Säulen eines Dorflebens anbetrifft hat sich viel verändert, aber in diesem Blog-Beitrag wollen wir lediglich einen kleinen Blick auf einige Ortsgeistliche des 20. Jahrhunderts werfen.

Im Mai 1994 hat sich Dörlinbach mächtig herausgeputzt. Grund dafür war die Heimatprimiz von Neupriester Ewald Billharz. Insbesondere natürlich vor und in der Pfarrkirche St. Johannes.
Ein großer Tag für das Dorf: Im Jahre 1971 konnte Pfarrer Franz Wölfle sein 40. Priesterjubiläum feiern. Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrgemeinde St. Johannes sowie der politischen Gemeinde holen ihren Dorfpfarrer am Pfarrhaus ab.

Genauer gesagt auf große Feiern im Ort, bei denen der Dorfpfarrer im letzten Jahrhundert im Mittelpunkt stand. So waren Priesterjubiläen beispielsweise nicht nur für den Pfarrer selbst, sondern für die ganze Dorfgemeinschaft immer ein großer Tag. Bei einem Pfarrer fielen sogar zwei seiner Priesterjubiläen in seine Wirkungszeit in der Sankt-Johannes-Gemeinde. Pfarrer Franz Wölfle konnte in seiner Dörlinbacher Zeit sein Silbernes Priesterjubiläum als auch das 40-jährige Dienstjubiläum feiern. Letzteres im Jahre 1971. Wie schon beim 25-Jährigen im Jahre 1956 wurde der Pfarrer von der Dorfprominenz vom Pfarrhaus abgeholt und zur Kirche begleitet. Mit dabei war natürlich auch die örtliche Musikkapelle. Das Gotteshaus war festlich geschmückt und hinterher ging es ins Wirtshaus, um mit dem Pfarrer weiterzufeiern. Einige Dörlinbacherinnen und Dörlinbacher feierten mit Wölfle sogar zehn Jahre später auch dessen Goldenes Priesterjubiläum. Diese Feier fand jedoch an Wölfles Ruhesitz in Oberkirch-Ödsbach statt. Neben den Vertreterinnen und Vertreter der kirchlichen und der politischen Gemeinde waren damals auch der Dörlinbacher Kirchenchor sowie die Musik- und Trachtenkapelle Dörlinbach bei den Feierlichkeiten in Achern-Ödsbach mit dabei.

 

Großer Beliebtheit erfreute sich auch Wölfles Vorgänger in Dörlinbach. Pfarrer Josef Schmid, der als er im Jahre 1936 nach Dörlinbach kam übrigens der erste Pfarrkurat war. Pfarrer Schmid war überaus beliebt und förderte vor allem die Schönstattbewegung im Ort. Als er im Jahre 1955 den Ort verließ, fanden sich zum Abschied neben der üblichen Dorfprominenz auch zahlreiche Leute am Pfarrhaus ein. Seine Beliebtheit unter den Dörlinbacher Bürgerinnen und Bürger zeigte sich auch 20 Jahre später bei seiner Beerdigung in Welschensteinach. Neben den Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte waren unter anderem auch Vertreterinnen und Vertreter der politischen Gemeinde inklusive Alt-Bürgermeister Josef Billharz vor Ort, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Zugleich wurde ein Kranz an seinem Grab niedergelegt.

 

Zum Schluss noch ein Wort zu Pfarrer Ewald Billharz. Er gehört nicht zu Dörlinbachs Dorfpfarrern des letzten Jahrhunderts. Aber er ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein Dorf in jener Zeit engagierte, wenn ein Priester zu seinem großen Tag einlädt. Billharz ist nämlich in Dörlinbach aufgewachsen und feierte im Mai 1994 seine Heimatprimiz, wofür sich der Ort mächtig rausgeputzt hatte. Beim Aufgang ins Oberdorf wurde unter anderem ein riesiger Schwibbogen mit der Inschrift „Zum Altare Gottes will ich treten“ aufgestellt. Und am Eingangsportal der Pfarrkirche St. Johannes wurde ein riesiger Türkranz mit der Inschrift „Herr, du weißt alles, du weißt, daß ich dich liebe“. Viel Aufwand auch im Kircheninneren als auch in der Festhalle, wo nach der kirchlichen Feier die weltliche Feier stattfand. Auch dort kamen Tannenreisig und weiße Dekobuchstaben unter anderem beim Bühnenbild zum Einsatz.

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