Eine Mehrzweckhalle für Vereine und Bürgerschaft
Schon 1974 beim Zusammenschluss der Gemeinden Schuttertal, Dörlinbach und Schweighausen zu einer Gesamtgemeinde mit dem Namen Schuttertal wurde in den Ortsteilen Dörlinbach und Schweighausen der Wunsch gehegt, eine Festhalle zu bauen. Schuttertal hatte bereits eine Turn- und Festhalle.

Die örtlichen Vereine drängten nun zum Bau einer Halle – sowohl hier in Dörlinbach, als auch in Schweighausen. In Dörlinbach hatten nämlich die Vereine nur dir Möglichkeit einen relativ kleinen Gymnastikraum im neuen Schulgebäude sowie den Nebenraum des Gasthauses „Zum Engel“, in den eine Bühne integriert war, zu nutzen. Im Nachbarort Schweighausen war der Schützenkeller meist die einzige Möglichkeit für die Vereine.
Doch die Umsetzung sollte erst einmal auf sich warten lassen. Denn in Dörlinbach galt es erst einmal die Grundversorgung sicherzustellen. Es mussten Straßen gebaut beziehungsweise erneuert werden. Ebenso musste die Wasserversorgung, erbaut in den Jahren 1957 und 1958, auf Vordermann gebracht werden. Die Abwasserbeseitigung musste zudem den neueren Anforderungen angepasst werden.
Bürgerinitiative gegen Standort
Anfang der 1980er-Jahre waren all diese Maßnahmen abgeschlossen, der Bau einer Turn- und Festhalle konnte nun endlich ins Visier genommen werden. Die Gemeindeverwaltung hatte sich auch schon einen Standort ausgeguckt. Die Wahl fiel auf ein gemeindeeigenes Grundstück auf der „Herrenmatte“. Nicht alle Bürgerinnen und Bürger waren jedoch davon begeistert. Eine Bürgerinitiative macht plötzlich mobil gegen den vorgesehenen Standort in der Ortsmitte. Hauptgegenargument: Es wurde eine zu große Lärmbelästigung befürchtet. Die Initiative konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Mehrheitlich sprach sich der Gemeinderat als auch Bürgermeister Bernhard Himmelsbach für den Bau der Halle auf der „Herrenmatte“ aus. Deren Argument: Eine Mehrzweckhalle diene den Bürgerinnen und Bürgern und gehöre somit auch mitten in den Ort platziert.
Wer nun meinte, der Weg sei nun frei für die Halle in Dörlinbach, der irrte. Denn kaum wurden die Neubaupläne konkret, regt sich plötzlich nun doch Widerstand im Gemeinderat. Das Ansinnen war nämlich zeitgleich in den Ortsteilen Dörlinbach und Schweighausen eine Halle zu bauen. Einige Ratsmitglieder befürchteten daher, dass dadurch eine zu große Verschuldung auf die Gemeinde zukommen würde. Hier und da keimten in der Bevölkerung auch wieder Forderungen einer gemeinsamen Halle für Dörlinbach und Schweighausen auf. Doch wo sollte diese dann errichtet werden? Die Bedenken im Gemeindegremium waren jedoch ganz anderer Natur. Es ging nicht um Standort, eine oder zwei Hallen, sondern lediglich um die Verschuldung bei gleichzeitigem Bau beider Hallen. In dieser Phase taktierten die Schuttertäler Ratsmitglieder sehr geschickt, so dass es tatsächlich zu einem einstimmigen Beschluss kam, beide Hallen zu bauen. Manch einer staunte, zumal nach einem vorangegangenen Diskussionsabend die Mehrheit der Ratsmitglieder aus Dörlinbach und Schweighausen noch gegen den gleichzeitigen Bau waren. Nachdem jedoch die Schuttertäler mit „Ja“ votierten, wollte sich wohl keiner der Räte aus Dörlinbach und Schweighausen den Schuh anziehen, dass in seinem Ort zunächst nicht gebaut werde. Dafür war der Druck und der Wunsch der Vereine viel zu groß.
Fertigstellung im Juni 1984
Ende 1982 war schließlich Baubeginn in Dörlinbach. Im Juni 1984 ging dann der große Wunsch der Bürgerinnen und Bürger endlich in Erfüllung. Die langersehnte Turn- und Festhalle konnte eröffnet werden. Zunächst war die Halle jedoch nur den Vereinen sowie deren Veranstaltungen vorbehalten. Dies sollte sich erst im Jahre 1996 ändern. Ein Bürger ließ seine Geburtstagsparty von einem Verein ausrichten, kurz darauf tat es ihm ein weiterer Bürger bei seinem runden Geburtstag nach. Schließlich änderte die Gemeinde ihre Mietkriterien, die Bürgerinnen und Bürger konnten jetzt auch privat die Halle zu besonderen Anlässen mieten. Die Dörlinbacher Halle wird heutzutage auch von Vereinen aus den Nachbarorten genutzt. Was umgekehrt auch für die Halle in Schweighausen gilt. Insgesamt ist die Gemeinde Schuttertal mit drei Hallen – in jedem Ortsteil eine – gut aufgestellt.
Anmerkung: Die Schweighausener fanden für ihre Halle einen Namen und tauften sie „Bergdorfhalle“. Auch in Dörlinbach gab es immer wieder einmal Bestrebungen, der Mehrzweckhalle einen Namen zu geben. Im Raum stand einmal der Name „Brunnendorfhalle“, aber zu einer Namensgebung kam es jedoch nie – zumindest bis heute. Somit spricht man hier im Ort immer noch meist von der „Festhalle“ oder der „Turn- und Festhalle“.
Die Turn-und Festhalle in Dörlinbach. Im Juni 2004 gab es entlang der Fensterseite noch eine dichte Bepflanzung.
August 2019: Fast schon ein idyllischer Blick zur Turn-und Festhalle auf der „Herrenmatte“. Im Vordergrund der Nierenbrunnen, meist nur Springbrunnen genannt.
August 2021: Die Turn-und Festhalle auf der „Herrenmatte“. In diesem Jahr wurde zwischen Halle und der Schutter ein Streifen mit Wildblumen angelegt.
August 2021: Die Turn-und Festhalle auf der „Herrenmatte“. In diesem Jahr wurde zwischen Halle und der Schutter ein Streifen mit Wildblumen angelegt.
August 2021: Die Turn-und Festhalle auf der „Herrenmatte“. In diesem Jahr wurde zwischen Halle und der Schutter ein Streifen mit Wildblumen angelegt.
Über die Jahrzehnte hinweg hat sich die Bepflanzung entlang der Fensterseite der Festhalle mehrmals geändert. Lange Jahre prägten mächtige Birken und eine Hecke zur Schutter hin das Bild. Hier eine Aufnahme aus dem Mai 1998.
So sah es auf der Herrenmatt auf dem Vorplatz der Turn- und Festhalle noch in den 1970er-Jahren noch aus. Die Freifläche diente als Festgelände, Abstellplatz und Parkplatz. Im Hintergrund ist unter anderem der ockerfarbene Lastwagen von Herbert Wehrle zu sehen. Seit 1984 dient das mit dem Hallenbau neu gestaltete Gelände als Parkfläche für die Hallenbesucher und -besucherinnen und wird hin und wieder auch für Feste genutzt.
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