Aus dem Fundus von Dorforiginal Hermann Fischer

 

 

Laut Wikipedia werden in der deutschsprachigen Schweiz und in Süddeutschland eine Zusammenstellung kurzer Verse, die meist rhythmisch oder gesanglich vorgetragen werden und die Zuhörer mit der humorvollen Schilderung aktueller oder allgemein menschlicher Vorkommnisse erheitern sollen, als Schnitzelbank bezeichnet. Schnitzelbänke stehen in der Tradition des Bänkelsangs und sind auch ein tragendes Element der Basler Fasnacht.

Die Liedgeschichte führt unter anderem über „Karoline“, „Ringmaschine“, „Schwiegermutter“, Damenhaube“, „Kriegsbeute“, „Zopf-Chinese“ sowie weiteren Abbildungen zu einer Person mit einem „hirnverbrannten Schädel“.

Zu den bekanntesten solcher Liedgeschichten gehört zweifelsohne „Ist das nicht die Hobelbank“, ein derb-erotisches Männerlied aus dem Jahre 1910. Davon gibt es allerdings auch eine entschärfte Varianten: „Ist das nicht die Hobelbank? Ja das ist die Hobelbank! Ist die nicht so blitzeblank?“ usw. Weitere Varianten aus dem Jahr 1910 sind „Ist das nicht die Englischmiss“ oder „Ist das nicht die Annemarie“ oder aus dem Jahre 1914 „Ist das nicht die Polizei“.

Dorforiginal Hermann Fischer (1886 bis 1983) mit seiner Ehefrau Pauline, geb. Ketterer (1905 bis 1990).
Die Liedgeschichte führt unter anderem über „Karoline“, „Ringmaschine“, „Schwiegermutter“, Damenhaube“, „Kriegsbeute“, „Zopf-Chinese“ sowie weiteren Abbildungen zu einer Person mit einem „hirnverbrannten Schädel“.

Egal wie man es nennt, ob Schnitzelbank, Bänkelsang oder einfach nur Liedgeschichten, eines haben sie alle gemeinsam: In die einzelnen Verse wird mit dazugehörigen Plakaten oder gar mit riesigen Bildertafeln eingeführt. Eine solche Bildertafel, mittlerweile zwar stark ramponiert, gibt es auch noch in Dörlinbach. Sie stammt aus dem Fundus von Hermann Fischer (1886 bis 1983), der ein Dorforiginal par excellence gewesen ist. Zeitlebens saß ihm der Schalk im Nacken, sein Witz und Humor war immer allgegenwärtig. Interessanterweise ist es eine Variante, die nicht im Volksliederarchiv aufgeführt ist.

Sorgt heute noch für Erheiterung

Die Liedgeschichte, die vermutlich auch aus den 1910er-Jahren stammt, beginnt mit „Ist das nicht der Leutenant?“ (Leutnant). Über „Karoline“, „Ringmaschine“, „Schwiegermutter“, Damenhaube“, „Kriegsbeute“, „Zopf-Chinese“ und weiteren Abbildungen führt die Geschichte zu einer Person mit einem „hirnverbrannten Schädel“. Der Schnitzelbank-Vortrag, der sich in Bilderform auf einer Papierrolle befindet, wird heute noch bei den Nachkommen von Hermann Fischer als Schatz gehütet. Und gelegentlich fließt der Vortrag auch mal in eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag ein und sorgt dabei jedes mal für Erheiterung.

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