Zig „Königinnen der Landstraße“ in Dörlinbach

 

 

Kurz nach der Jahrtausendwende machten sogenannte Gold-Winger Dörlinbach ihre Aufwartung. Es war ein Szenario, dass so manchen Dörlinbacher und so manche Dörlinbacherin mächtig ins Staunen brachte. Das Gold-Wing-Fieber hatte schon Jahrzehnte zuvor in Belgien, Holland, Dänemark und in der Schweiz um sich gegriffen. In Deutschland seit 1978 als sich erste Gold-Winger in loser Gemeinschaft trafen und sich fortan „Freundeskreis der Gold Wing Fahrer“ nannten.

Gold-Wings im Juni 2001 in Dörlinbach: Rund um den „Löwen“ und im ganzen Ortskern wurden die sogenannten „Königinnen der Landstraße“ eingeparkt.

Erst vier Jahre zuvor – im Herbst 1974 – wurde die Gold-Wing von Honda auf der Internationalen Fahrrad- und Motorradausstellung (IFMA) in Köln als Weltpremiere präsentiert. Manche bezeichnen das schwere Reisemotorrad, das erstmals im Sommer 1975 auf Deutschlands Straßen rollte, als „Auto auf zwei Rädern“. Für andere war und ist es die „Königin der Landstraße“. Und von diesen Kult-Motorrädern fiel ein ganzer Schwarm am 16. Juni 2001 in Dörlinbach ein. Sie waren Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines internationalen Gold-Wing-Treffens in Herbolzheim.

Gold-Wings im Juni 2001 in Dörlinbach: Rund um den „Löwen“ und im ganzen Ortskern wurden die sogenannten „Königinnen der Landstraße“ eingeparkt.
Gold-Wings im Juni 2001 in Dörlinbach: Minutenlang ging nichts mehr auf der Hauptstraße – bis alle vor und neben dem „Löwen“ eingeparkt hatten.

Es war zugleich das letzte Großereignis im Gasthaus „Zum Löwen“, dessen damaliger Pächter Gastgeber der Gold-Winger aus insgesamt 14 Ländern war. Denn schon bald darauf stand der „Löwen“ erst einmal leer, bevor das einstige Speiselokal im Jahre 2005 vom heutigen Hausbesitzer Klaus Faißt erworben wurde (siehe dazu auch unter Blog-Beitrag „Gasthaus Zum Löwen“).

Auch s‘ Löwe Theres staunte

Zurück zum nicht alltäglichen Besuch: Natürlich war bei dem einen oder anderen Dorfbewohner- beziehungsweise bei so mancher Dorfbewohnerin die Aufmerksamkeit groß, als die Gold-Wings vor dem „Löwen“ vorfuhren. Minutenlang ging nichts mehr auf der Hauptstraße – bis alle vor und neben dem „Löwen“ eingeparkt hatten. Und von überall her gab es neugierige Blick, schließlich war man hier im Ort solche Motorräder nicht gewohnt. Dagegen würden die üblichen Motorräder wie Kleinkrafträder aussehen, stellte ein neugierigerer Zaungast treffend fest. Dass natürlich die Maschinen auf deren Fahrer und Fahrerinnen Begeisterung ausstrahlen, ist klar. Aber auch bei den neugierigen Dorfbewohnern als auch bei einigen Dorfbewohnerinnen war die Faszination für das elegante sowie komfortable Motorrad groß. Vor allem deren Luxusausstattung hatte es damals so manchem Betrachter angetan. Und selbst Dorforiginal Theresia Fischer (1925 bis 2018), die als „s‘ Löwe Theres“ in der Bäckerei um die Ecke eine echte Institution war, stand damals minutenlang staunend am Ladenfenster – beeindruckt von dem Spektakel draußen vor dem Ladengeschäft.

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