76 Großfamilien bringen es auf 1230 Geburten

Kinderreiche Familien mit drei und mehr Kindern treffen häufig auf Vorbehalte in der Gesellschaft. Und ab fünf Kinder oder mehr kann es schon vorkommen, dass die Familie kritisch beäugt wird. Auch wenn sie seltener geworden, es gibt sie noch – auch auf dem Dorf. Früher standen kinderreiche Familien vor allem in der Tradition der bäuerlichen Großfamilien.

Großfamilien waren in früheren Zeiten was ganz gewöhnliches: Familie Josef und Luitgard Singler (geb. Bauer) zusammen mit eigenen und ein paar Nachbarskindern.

Wir wollen einmal in jene Zeiten zurückblicken, wo zehn Kinder und mehr wahrlich keine Seltenheit waren. Ein Blick in das Dörlinbacher Heimatbuch verrät, dass ein solch großer Kindersegen auf fast 80 Familien im Zeitraum vom 18. bis 20. Jahrhundert zutrifft. Hier sei allerdings angemerkt, dass es in einigen dieser Großfamilien teilweise auch Totgeburten gab und auch einige Kinder schon in den ersten Jahren durch Krankheit oder Unfall verstorben sind.

Großfamilien waren in früheren Zeiten was ganz gewöhnliches: Familie Johann Georg und Karolina Ohnemus (geb. Feißt).
Großfamilien waren in früheren Zeiten was ganz gewöhnliches: Familie Andreas und Rosina Schätzle (geb. Zehnle).

18 Kinder

Die Familien mit den meisten Kindern gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Sebastian Zehnle, ein Tagelöhner aus Schweighausen, und dessen Ehefrau Maria Catherina (geb. Himmelsbach), eine Schuttertäler Bauerstochter, brachten es auf insgesamt 18 Kinder. Allerdings kamen deren ersten Kinder noch in der Steig (Schweighausen) zur Welt. Die letzten sechs Kinder sind in Dörlinbach geboren. Anders verhält es sich bei einem der ersten Wanglerbauern. Die Kinder von Andreas Wangler und dessen Frau Margaretha (geb. Offenburger) erblickten im Zeitraum von 1702 bis 1728 alle in Dörlinbach das Licht der Welt. Auch die Wanglers brachten es auf insgesamt 18 Kinder. Damit waren diese beiden Familien die kinderreichsten Familien im 18. Jahrhundert.

17 Kinder

Die Zahl 18 wurde in der Folge nie mehr erreicht, aber im nachfolgenden Jahrhundert nur knapp verfehlt. Auf 17 Kinder brachten es die Eheleute Matthias (Wagner von Beruf) und Anna Maria Zehnle (geb. Griesbaum). Im Juli 1825 kam das erste Kind zu Welt, das Letzte exakt 23 Jahre später. Und sogar im 19. Jahrhundert gab es noch einmal 17-fachen Nachwuchs. Diesmal bei Zimmermann Josef Singler und dessen Ehefrau Ida (geb. Hupfer). Deren 17 Sprösslinge wurden zwischen 1934 und 1957 geboren.

16 Kinder

16-facher Nachwuchs konnte vier Mal im 18. und 19. Jahrhundert verzeichnet werden. Darunter Johann Georg Mayer (Bauer im Prinschbach) und dessen Ehefrau Catharina (geb. Eble), die zunächst in den Jahren 1745 und 1746 zwei Buben hatten, die allerdings im Spätjahr 1747 kurz hintereinander wieder verstarben. 1768 erblickte eine Tochter als das Letzte der 16 das Licht der Welt. Auf insgesamt 16 Kinder brachten es auch Matthias (Bauer und Gemeinderechner) und Rosalia Rothweiler (geb. Singler). Im Jahre 1849 kam zunächst eine Tochter zur Welt, das letzte Kind war ein Bub, der im Jahre 1876 geboren wurde. Ein weiterer Bub der Rothweilers wurde übrigens 1862 tot geboren. Landwirt Markus Weber hatte zusammen mit Ehefrau Maria Anna (geb. Müllerleile) zwischen den Jahren 1887 bis 1911 ebenfalls16-fachen Nachwuchs. Einer der Buben zog sich im Alter von eineinhalb Jahren Brandwunden am Küchenherd zu, an denen er tags darauf verstarb. Eine Tochter der Webers kam ebenfalls tragisch zu Tode, allerdings erst im hohen Alter von knapp 75 Jahren – bei einem Schneesturm im Wald auf dem Lieberatsberg im Jahre 1965. Die Geburten der letzten Familie mit 16 Nachkommen reichen bis in 20. Jahrhundert hinein. Von 1896 bis 1917 schenkten Josef und Kreszentia Ketterer (geb. Dorner) 16 Kindern das Licht der Welt. Darunter Zwillinge im Jahre 1908, die allerdings ein Jahr später kurz hintereinander gestorben sind.

10 bis 15 Kinder

In den genannten Zeiträumen (18. bis 20. Jahrhundert) konnten weitere vier Familien mit 15 Kindern verzeichnet werden. Bei neun Familien gab es 14-fachen Nachwuchs. Jeweils 13 Kinder wurden bei 24 Familien verbucht sowie jeweils 12 bei 14 Familien und elf bei 20 Familien. Auf 21 Familien entfallen jeweils zehn Geburten.