Odyssee einer Bäuerin

Rund sieben Jahre gingen ins Land bis am Buchbrunnen beim Zieglerhof „Ruhe“ einkehrte. Das Corpus Delicti war eine Figur, die der alten Zieglerhofbäuerin nachempfunden wurde. Das Herzstück der Brunnenanlage war die Sandsteinfigur, die im August 1996 installiert wurde. Ein Prunkstück, das allerdings zum Problemfall wurde. Die Figur bekam bereits im ersten Winter ihres Daseins Haarrisse. Was nun? Die vermeintliche Lösung: die Figur nach „alter Sitte“ anzumalen.

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In „Farbe“ kam die Brunnenfigur ein Antlitz,das so manchen fremden Wanderer oder Radfahrer irritierte. Einer soll sogar nach dem Weg gefragt haben. Erst nachdem keine Antwort von der „Bäuerin“ kam bemerkte er, dass nicht ein Mensch, sondern eine von Menschenhand geschaffene Figur vor ihm stand. Im Dorf ging die Kunde um, dass es nicht bei dieser einzigen Begegnung geblieben sei. Immer wieder sollen Leute von außerhalb die vermeintlich echte Bäuerin angesprochen haben.

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Derweil gab es Unstimmigkeiten mit dem Künstler. Denn auch der Anstrich half nicht, das Problem mit den Haarrissen zu lösen. Zunächst wurde vom Künstler eine neue Brunnenfigur zugesichert, wozu es aber in der Folge nie kam. Im Gegenteil: die Fronten verhärteten sich. Der Verkehrsverein und spätere Heimat- und Touristikverein als Auftraggeber der Figur beauftragte letztlich eine Firma mit der Fertigung einer neuen Figur in Bronze.

Im August 2003 war dann der Leidensweg der „Ziegelhofbäuerin am Buchbrunnen“ endlich vorbei. Die neue Figur konnte rechtzeitig zum Lichterfest des Vereins aufgestellt werden. Seither steht die Bronzefigur Tag für Tag am Brunnen. Die Restaurierung war gelungen. Angesichts des neuen nicht bemalten Materials, nämlich Bronze, soll seither nie mehr ein Wanderer oder Radler nach dem Weg gefragt haben.

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