25 Jahre wirkte er in Dörlinbach

Vikar Josef Schmidt war der erste Pfarrkurat in Dörlinbach nachdem im Jahre 1936 der Ort zur Pfarrkuratie erhoben wurde. Im Jahre 1955 verließ Pfarrer Schmidt Dörlinbach in Richtung Welschensteinach. Auf ihn folgte ein Seelsorger, dessen Namen heute noch im Ort bei den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger bestens bekannt ist. Kein Wunder, denn Pfarrer Franz Wölfle wird mit vielen Geschichten und Anekdoten verbunden.

Pfarrer Franz Wölfle an seinem Silbernen Priesterjubiläum im Jahre 1956.

Mal sind es „leidvolle“ Erfahrungen im Religionsunterricht, mal sind es humorvolle Begegnungen mit ihm, mal sind es legendäre Sonntagspredigten und vieles mehr. Letzteres – die Sonntagspredigten – waren vor allem bei jenen gefürchtet, die gerne einmal über die Strenge hauten. Denn dem Dorfpfarrer entging (fast) nichts. Und spätestens bei der Sonntagsansprache des Pfarrers von der Kanzel wussten alle im Dorf, was geschehen war. Und wer genau hinhörte, der konnte zwischen den Zeilen des Pfarrers heraushören, wer der „Übeltäter“ gewesen war.

Pfarrer Franz Wölfle (1905 bis 1987) war von 1955 bis 1980 der „Pfarrherr“ von Dörlinbach.
Pfarrer Josef Schmidt (links) führt seinen Nachfolger Franz Wölfle ein.

Wölfle nannte übrigens nie Namen. Willkommen war Pfarrer Wölfle immer bei den Geburtstagsjubilaren, denn für sie hatte er meist ein besonderes Mitbringsel dabei – einen edlen Tropfen. Aber nicht irgendeiner, Wein und Jubilar waren des gleichen Jahrgangs.

Als sich im Jahre 1975 eine Katholische Junge Gemeinde (KJG) im Ort formierte war Wölfle der neuen katholischen Jugendbewegung durchaus aufgeschlossen. So gab es auch fortan Kinder- und Jugendgottesdienste in der Pfarrkirche. Mitunter allerdings mit kleinen „Stolpersteinen“. Die jungen Leute hatten ihrem Pfarrer unterbreitet, dass sie im Rahmen eines Jugendgottesdienstes eine neue Form des Vaterunser vortragen wollen. Wölfle willigte ein. Die KJG’ler präsentierten das Vaterunser neu. Doch kaum war es verklungen meinte der Dorfpfarrer zur Gemeinde: Das sei das Vaterunser der Jugend gewesen, jetzt beten wir noch einmal das richtige Vaterunser.

Baumaßnahmen gleich zu Beginn

Wölfle feierte im Oktober 1956 sein Silbernes Priesterjubiläum an seiner neuen Wirkungsstätte in Dörlinbach. In Wölfles Zeit fielen zudem weitere wichtige und einschneidende Veränderungen für die Pfarrgemeinde. Gleich zu Beginn seines Wirkens in Dörlinbach war Wölfle mit dem Bau eines neuen Kirchturms gefordert. Damit verbunden war die Anschaffung eines neuen Geläutes sowie der Bau einer Sakristei. Dies geschah in den Jahren 1957 bis 1959. Kurz darauf ein weiteres wichtiges Datum: Am 18. Dezember 1962 wurde das in den Jahren 1922/23 erbaute Gotteshaus zur Pfarrkirche erhoben. Sankt Johannes war somit zur selbstständigen Pfarrgemeinde geworden (siehe auch unter Blog-Beitrag „Pfarrei Sankt Johannes“).

Im Jahre 1971 stand für Wölfle ein weiterer wichtiger Tag in seinem Priesterleben an. Ihm war es vergönnt auch sein 40. Priesterjubiläum in Dörlinbach zu feiern. Ein großer Tag für die Sankt-Johannes-Gemeinde. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1980 war Pfarrer Franz Wölfle Ortsgeistlicher in Dörlinbach gewesen. Ihm folgte Pfarrer Anton Doll. Wölfle verbrachte seinen Ruhestand in Oberkirch-Ödsbach. Dort konnte er noch einige Jahre anfallende seelsorgerische Aufgaben erfüllen. Kurz nachdem er das Schuttertal verlassen hatte feierte er in der kleinen Pfarrei in Ödsbach sein Goldenes Priesterjubiläum. Bei dieser Feier im Frühjahr 1981 nahmen nicht nur Vertreterinnen und Vertreter der Sankt-Johannes-Gemeinde, sondern auch der Gemeinde Schuttertal, der Dörlinbacher Kirchenchor sowie die Musik- und Trachtenkapelle teil. Wölfle starb im Oktober 1987 im Alter von 82 Jahren in Ödsbach.

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