Fußballer wagen Neustart beim Schluchwald

 

 

Vorläufer des heutigen Sportvereins ist die Deutsche Jugendkraft (DJK), die am 1. Februar 1931 im Gasthaus „Zum Engel“ gegründet wurde. Der Verein, ausschließlich bestehend aus jungen Männern, wurde allerdings im Februar 1939 nach zuvor bereits ergangenen Repressalien endgültig verboten (siehe dazu Blog-Beitrag „Deutsche Jugendkraft Dörlinbach). Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es auch nicht mehr zu einer Neugründung einer DJK.

September 2022: Impressionen vom Sportgelände beim Schluchwald.

Dennoch fanden sich in den Nachkriegsjahren wieder sportbegeisterte junge Männer mit dem Ansinnen, einen Sportvereins gründen. Einer dieser jungen Männer war Anton Meßner (1924 bis 2018), der auf den 7. August 1949 zur Gründungsversammlung einlud. Meßner leitete auch diese Versammlung. Es war die Geburtsstunde des heutigen SV Dörlinbach. Wilhelm Reith (1920 bis 1988) wurde damals zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

September 2022: Impressionen vom Sportgelände beim Schluchwald.
September 2022: Impressionen vom Sportgelände beim Schluchwald.

Vor dem Krieg hatte die DJK ihren Fußballplatz unterhalb der Hub. Der neugegründete SVD hatte sich jedoch einen neuen Platz als Sportgelände im Neudorf beim Schluchwald ausgeguckt. Einen entsprechenden Pachtvertrag mit Grundstückseigner und Hofbauer Wilhelm Wangler war bereits besiegelt. Somit stand erst einmal eine harte Aufbauarbeit für den neuen Sportverein an. Vor allem musste das neue Sportgelände in einen guten Zustand gebracht werden. Parallel dazu wurden eine zweite Seniorenmannschaft sowie auch eine Jugendmannschaft aufgebaut, um von Anfang an auch den Spielernachwuchs zu sichern.

Damenriege schließt sich an

Im Jahre 1952 wechselte der Vorsitz zu Karl Ohnemus (1931 bis 2001). Im folgte bereits ein Jahr später Albert Weber (1896 bis 1969), der ebenfalls dem SV Dörlinbach nur ein Jahr vorstand. Erst mit Erich Gür kam dann etwas Kontunität (1919 bis 2000) in die Vereinsspitze. Er hatte den Vorsitz von 1954 bis 1960 inne. Dessen Nachfolger als Vereinsvorsitzender Georg Griesbaum (geb. 1923) hinterließ deutlich seine Handschrift. Unter seiner Regie veränderten sich die Sportanlagen beim Schluchwald wesentlich. Nachdem ein weiteres Gelände vom Wanglerbauer gepachtet werden konnte, wurde 1964 mit den Arbeiten für einen neuen Sportplatz begonnen. Dieses Projekt konnte im Jahre 1968 abgeschlossen werden. Im gleichen Jahr beschlossen am 6. Mai die Gründung einer Damenriege, die sich dem Sportverein als Abteilung anschloss. Die Frauen trafen sich zu ihren wöchentlichen Turnstunden zunächst im Gymnastikraum der Neuen Schule, später in der Dörlinbacher Turn- und Festhalle (siehe dazu auch unter Blog-Beitrag „Damenriege Dörlinbach“). 1968 reifte auch der Plan, ein Sportheim zu bauen. Es sollten alle erforderlichen sanitären Anlagen für die Sportler, aber auch eine gemütlicher Aufenthaltsraum für die Besucher des Sportplatzes und für die Vereine geschaffen werden. Bei diesem Projekt wurde der Sportverein von sämtlichen Vereinen des Dorfes unterstützt. Mit Hilfe der Vereinsgemeinschaft konnte schließlich das Vereinsheim im September 1972 fertiggestellt und eröffnet werden.

Im Jahre 1974 übernahm Walter Hollstein (1935 bis 2020) den Vorsitz und bereits drei Jahre später folgte ihm Karl Thoma im Amt. Von 1981 bis 1985 lenkte Hermann Fischer die Geschicke des Vereins. Unter seinem Vorsitz wurde im Jahre 1984 der Rasenplatz grundlegend renoviert und ein Hartplatz als Trainingsplatz angelegt. Im Jahr darauf übernahm erneut Karl Thoma den Vorsitz. Im Jahre 1991 wurde die Zufahrt zum Sportheim geteert und die Parkplätze befestigt. Im gleichen Jahr wechselte die Vereinsführung von Karl Thoma zu Hansjörg Lauer. Eine seine ersten Herausforderungen war die Schaffung einer Flutlichtanlage, um die Trainingsbedingungen auf dem Hartplatz zu verbessern. Dies konnte letztlich im Jahre 1995 umgesetzt werden. Und auch bei den mittlerweile über 300 Mitgliedern hat sich was getan. Neben der Damenriege hat sich im Jahr von Lauers Amtsübernahme auch eine Kinderabteilung angeschlossen. Und auch sportlich gibt es für das Jahr 1991 etwas zu vermelden: Zwar noch keinen Meistertitel für die Seniorenmannschaft, aber erstmals gab es beim Sportfest ein Torwandschießen im „Schluchwaldstation“, wie das Sportgelände inzwischen im Dorf genannt wird.

Neue Impulse

Neue Impulse setzte Lauer mit seinen Vorstandsmitgliedern mit der Herausgabe der Vereinszeitung „Schluchwaldkurier“. Neben den sportlichen Erfolgen und der stetigen Verbesserung der Sportanlagen gehört zu den wichtigsten Zielen des Vereins auch die Sicherung des Spielernachwuchses durch eine engagierte und qualifizierte Jugendarbeit. Letzteres stellte für den Verein schon in den 1980er-Jahren eine Herausforderung da bedingt durch schwächere Jahrgänge und die steigende Konkurrenz durch andere Sportarten. Die Zahl der Jugendspieler ging seinerzeit zurück, weshalb der Verein zum Handeln gefordert war. So begann der SV im Jahre 1989 alle Kinder im Vorschul- und Grundschulalter zu Spielnachmittagen einzuladen. Der Erfolg ließ sich in Zahlen ablesen. Schon im Jahre 1991 waren beim SV Dörlinbach 30 Jugendspieler gemeldet. Die Zahl verdoppelte sich rasch und im Jahre 1993 konnte der Verein eine eigene Jugendabteilung gründen.

Eine wesentliche Änderung gab es im Jahre 2011 bei der Bildung einer neuen Vereinsführung. Hansjörg Lauer war quasi der letzte Vorsitzende im SVD. Bei den Neuwahlen 2011 wurde erstmals ein Vorstandsteam gewählt. Heiko Wangler, Christian Singler, Thomas Rothweiler und Christoph Grimm hießen die ersten geschäftsführenden Vorstände. Auch im sportlichen Bereich zeichnete sich in den Folgejahren eine Änderung ab. Aufgrund von Spielermangel wurde es immer schwieriger eine Zweite Mannschaft aufzustellen. Auch die benachbarte SG Schweighausen hatte vermehrt Aufstellungsprobleme. Beide Vereine beschlossen daraufhin fußballerisch zusammen zuarbeiten. Daher bilden seit der Saison 2018 / 2019 der SV Dörlinbach und die SG Schweighausen im Seniorenbereich eine Spielgemeinschaft (SG). Stolz sind beide Vereine auch darüber, dass ihre neu formierten Seniorenmannschaften nahezu ausschließlich aus einheimischen Spielern besteht. Und gleich konnte das gemeinsame Team auf dem ersten Platz überwintern.

Die Vorsitzenden des Vereins bis 2011:

Wilhelm Reith von 1949 bis 1952

Karl Ohnemus von 1952 bis 1953

Albert Weber von 1953 bis 1954

Erich Gür von 1954 bis 1960

Georg Griesbaum von 1960 bis 1974

Walter Hollstein von 1974 bis 1987

Karl Thoma von 1977 bis 1981

Hermann Fischer von 1981 bis 1985

Karl Thoma von 1985 bis 1991

Hansjörg Lauer von 1991 bis 2011

Anmerkung der Redaktion:

Die Vereinschronik wird in Bälde vervollständigt beziehungsweise aktualisiert.

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