Engagement für Freizeitanlagen

Die Mitte der 1960er-Jahre positive Entwicklung im Fremdenverkehr führte im Jahre 1966 zu Gründung eines Verkehrsvereins. Es war der einhellige Wunsch von Gemeindeverwaltung, Gastwirten und privaten Zimmervermietern vorausgegangen, einen solchen Verein zur Förderung des Tourismus zu gründen. Am 24. April 1966 wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Aus formellen Gründen konnte jedoch erst am 16. Mai des gleichen Jahres Joseph Hupfer aus der Ruhl zum ersten Vorsitzenden gewählt werden.

August 2001: Bevor sie später in Bronze erstrahlte, trug die Zieglerhofbäuerin „bunte Kleider“, denn die Brunnenfigur wurde nach einigen Haarrissen erst einmal angemalt.

Gleich im ersten Jahr wurde eine Kuranlage am südlichen Ortseingang angelegt. Prunkstück der Anlage war ein Nierenbrunnen (vielmehr bekannt alls Springbrunnen). Dieser war zugleich die erste größere Anlage mit fließendem Wasser im Ort. Mit den Jahren kamen immer mehr Brunnenanlagen hinzu, weshalb der Ort auch heute gerne „Brunnendorf“ genannt wird.

August 2001: Bevor sie später in Bronze erstrahlte, trug die Zieglerhofbäuerin „bunte Kleider“, denn die Brunnenfigur wurde nach einigen Haarrissen erst einmal angemalt.
Impressionen von der Freizeitanlage im Prinschbachta, das wohl größte Projekt des Verkehrsvereins Dörlinbach. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen aus dem Jahre 2001 hieß der Verein bereits Heimat- und Touristikverein.

Verändert hat sich in den Folgejahren durch die Initiative des Vereins auch immer wieder die Kuranlage mit dem Springbrunnen, der eigentlich einen Nierenbrunnen darstellt. Bereits ein Jahr später wurden dort auch bäuerliche Arbeitsgeräte aus aus der Zeit um das Jahr 1760 aufgestellt.

Jungbrunnen á la Kneipp

Im Jahre 1968 schuf der Verein eine Art Jungbrunnen á la Kneipp in der Ruhl, nur unweit vom Wohnhaus des Vorsitzenden entfernt. Diese Wassertretbad-Anlage konnte am 29. August in Betrieb genommen werden. Zwei Jahre später am 13. Februar 1970 konnte der Verein von der Stadt Lahr eine Miniaturgolfanlage mit zwölf Bahnen erwerben. Diese konnte noch im gleichen Jahr am 12. Juli auf dem Gelände oberhalb des Kurparks mit dem Nierenbrunnen eröffnet werden. Im Jahr 1972 wechselte erstmals der Vorsitz. Josef Busam wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ein Jahr zuvor erhielt die Gemeinde das Prädikat „Erholungsort“, was sicherlich auch dem Engagement des Vereins geschuldet war. Die entsprechende Urkunde wurde am 2. Februar 1971 im Kurhaus in Kirchzarten überreicht. Seit dem Jahre 1985 weist übrigens auf Initiative des Verkehrsvereins ein kunstvoll gestaltetes Schild am nördlichen Ortseingang auf diese Würdigung hin.

Im Jahre 1975 wurde mit dem Klosterhofbrunnen eine weitere Anlage beim Sandplatz eingerichtet. Diese konnte am 23. August im Rahmen der 750-Jahr-Feierlichkeiten eingeweiht werden. Im Jahre 1978 folgte ein weiterer Brunnen aus Sandstein an der Alten Schule. Im Folgejahr visierte der Verein wieder ein größeres Projekt an. Eine Freizeitanlage im Prinschbachtal. Im Mittelpunkt die heutige Prinschbachhütte, deren Richtfest im Herbst 1979 gefeiert werden konnte. Natürlich durfte auch dort der Brunnen nicht fehlen, der allerdings erst im Frühjahr 1994 aufgestellt werden konnte. Zuvor kam erst einmal auf der Herrenmatt im Jahr 1984 der Vier-Jahres-Zeiten-Brunnen hinzu. Dieser konnte einen Monat nach der Halleneinweihung am 18. August eingeweiht werden.

Vom Miniaturgolf zum Pit-Pat

Aus der Minigolfanlage wurde 2011 eine Pit-Pat-Anlage. Das ist ein Mix aus Minigolf und Billard. Statt mit einem Schläger wird eine Art Queue (Kö) benutzt. Die Bahnen sind in Tischhöhe und sind im Kleinformat Miniaturgolfbahnen nachempfunden. Da existierte allerdings der Verkehrsverein in seiner ursprünglichen Form schon lange nicht mehr. Denn aus dem Verkehrsverein Dörlinbach wurde im Jahre 2000 zunächst der Heimat- und Touristikverein, an dessen Spitze zunächst weiter Josef Busam stand, der ohne Zweifel bis zur Umstrukturierung den Verein nachhaltig geprägt hatte. Unter anderem auch im Jahre 2003. In jenem Jahr konnte der neu firmierte Verein beim Zieglerhof das letzte Brunnen-Projekt des Verkehrsvereins abschließen, das sich letztlich nicht nur für den Vorsitzenden als zeitraubend und nervenaufreibend entpuppte. Nach zwei misslungenen Anläufen steht seit August 2003 die alte Zieglerhofbäuerin (in Bronze gegossen) am Buchbrunnen und „leert“ dort ihren Eimer. Das erste Mal fand sie als Sandsteinfigur bereits im Jahre 1996 dort ihren Platz. Nachdem die Figur vermehrt Risse aufwies wurde sie bemalt. Aber auch die Bemalung konnte letztlich die Sandsteinfigur nicht retten.

Im Jahre 2005 gab Busam den Vorsitz an Walter Billharz ab. Billharz sollte zugleich der letzte Vorsitzende sein. Denn der Verein ging im Februar 2008 im Zusammenschluss mit den Gewerbetreibenden auf. Der neu kreierte Verein nannte sich nun Gewerbe- und Touristikverein Schuttertal, kurz GUT genannt. Der damalige Bürgermeister und bis dato einzige Vorsitzende Carsten Gabbert schlug im Juni 2014 dessen Auflösung vor. Diese wurde dann auch vollzogen. Somit existieren auch beide Nachfolgevereine nicht mehr.

Tafeln am Ortseingang

Sichtlich stolz war man im Verkehrsverein, als im Jahre 1985 am nördlichen Ortseingang eine kunstvoll gestaltete Orientierungstafel an der Landstraße 102, der Ortsdurchgangsstraße, angebracht werden konnte. Sie verwies Besucher und Durchreisende darauf, dass sie sich nun im Erholungsort Dörlinbach befinden. Zehn Jahre später kam ein neues Merkmal hinzu mit initiiert von der Dörlinbacher Vereinsgemeinschaft. Nicht nur am nördlichen, sondern auch am südlichen Ortseingang wurde eine Begrüßungstafel aufgestellt. Ebenso kunstvoll und mit einem kleinen Dach aus rotem Ziegelstein. Auf der einen Seite mit dem Wappen der ehemals selbstständigen Gemeinde Dörlinbach, eingebettet in ein Bild der Dorfkirche und dem Vierjahreszeiten-Brunnen und des Klosterhofbrunnens. Auf der anderen Seite das Wappen der Gemeinde Schuttertal, zu der Dörlinbach heute gehört. Das neben der Kirche nicht andere markante Gebäude in den Fokus des linken Bildes rücken hat eine besondere Bewandtnis. Denn auf der Such nach einem passenden Namen für das Dorf, kam man damals auf „Brunnendorf“. Den Weg dazu ebnete zweifelsohne der Verkehrsverein, der in den zurückliegenden Jahrzehnten gleich mehrere öffentliche Brunnenanlagen schuf. Zudem animierte dies auch etliche Bürgerinnen und Bürger dazu, auf ihrem Grund und Boden ebenfalls einen Brunnen zu installieren. So heißt es nun seither: Willkommen im Brunnendorf Dörlinbach.

Die öffentlichen Brunnenanlagen

  • Nierenbrunnen (Springbrunnen) im Kurpark – errichtet 1966
  • Klosterhofbrunnen auf dem Sandplatz – errichtet 1975
  • Sandsteinbrunnen an der Alten Schule – errichtet 1978
  • Vier-Jahreszeiten-Brunnen bei der Festhalle – errichtet 1984
  • Sandsteinbrunnen bei der Prinschbachhütte – errichtet 1994
  • Buchbrunnen beim Zieglerhof – errichtet 1996

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